2010
Am vergangenen Samstag war es so weit: Voller Erwartungen habe ich mich auf den Weg nach Berlin zum Wordcamp 2010 gemacht. Da dies mein erstes Barcamp war, wusste ich nicht so recht, was mich erwarten würde. Aber ich durfte mit überwiegend positiven Eindrücken nach Hause fahren!

Bereits am Einlass wurde man freundlich und völlig entspannt begrüßt - sogar das Mitbringen einer nicht angemeldeten Person war problemlos möglich. Diesen Anspruch hätte ich gar nicht gehabt, zumal im Vorfeld die Teilnehmeranzahl auf 200 Personen begrenzt war - welche gefühlt auch anwesend waren. Deswegen an dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön für diese Möglichkeit.
Gleich nach der Anmeldung konnten sich die Teilnehmer dann mit T-Shirts und allerlei „Fan-Artikeln“ eindecken. Dank Sponsoren sogar entgeltfrei. Nach einer kurzen Begrüßung durch das Organisations-Team und der Vorstellung der einzelnen Redner fingen auch schon die verschiedenen Sessions rund um WordPress an.
Organisation und Räumlichkeiten
Man bemerkte absolut nichts von den Schwierigkeiten, welche es im Vorfeld bei der Organisation des WordCamps nach einem Bericht von Frank Bültge gegeben haben muss. Gerade deswegen sei das Lob an dieser Stelle besonders betont. Ausgesprochen gut gefallen hat mir, dass im Internet bereits ein Ablaufplan veröffentlicht wurde, sodass ich meinen Tag beim WordCamp bereits von zu Hause aus planen konnte. Die kurzfristigen Aktualisierungen stellten kein Problem dar. Besonders schön fand ich auch, dass sich das Altersspektrum von jung bis alt erstreckte und man mit den Anfänger- bis Profisessions versuchte, alle Zielgruppen zu erreichen. Dass dieser Spagat nicht leicht zu bewerkstelligen ist, sollte von Kritikern stets bedacht werden.
Etwas anders ist mein Eindruck von der Location, dem betahaus Berlin. Ich habe prinzipiell nichts dagegen, alte Fabrikgebäude mit Stühlen, W-LAN und Beamern für ein solches Event auszustatten. Im Gegenteil - ich finde es sogar reizend, in so einer Umgebung arbeiten und lernen zu können. Nicht zuletzt, weil es auch fotografisch viele schöne Motive bietet. Aber: Bei Veranstaltungen, die mit 50 Personen und mehr in einer leeren Halle stattfinden, ist die Akustik nicht die beste. Dass ein paar Stühle fehlten und man teilweise auf dem Boden sitzen musste, mag andere stören, ich fand, es gehörte zum Flair.
Sessions
Die erste Veranstaltung, die ich besuchte, behandelte das Thema der Performance-Optimierung von (WordPress-)Websites, welche von Vladimir Simovic (perun.net) gehalten wurde. Auf Grund seiner zahlreichen Publikationen gehört er zu den bekanntesten deutschen WordPress-Experten - entsprechend gut besucht war auch die Session. Thematisiert wurden Spar-, Caching- und Komprimierungsstrategien, die Reduzierung von HTTP-Requests bspw. durch das Zusammenfassen von CSS- und Javascript-Dateien, die Wahl der richtigen Plugins, ebenso wie die Verwendung verschiedener Grafik-Formate. Eine Verwendung von Tools und Diensten wie Firebug, YSlow oder Pingdom wurde zur Überprüfung der eigenen Seite empfohlen. Alles, was gezeigt wurde, ist einfach umzusetzen und so war die Veranstaltung durchaus auch für WordPress-Anfänger geeignet.
Gleich im Anschluss fand die Veranstaltung BuddyPress: Social Networks mit WordPress - Einführung, Themes und Plugins von Dennis Morhardt statt. Hierbei ging es um das Thema, inwiefern mit WordPress Social Networks erstellt werden können. Aus meiner Sicht gerade für Firmen-Intranets ein interessanter Ansatz. Diskutiert wurden nach einer kurzen Einführung Themen wie die maximale Nutzeranzahl, Aufwand der Erstellung und auch Fragen wie Privatsphäre und Verfahren der Datenspeicherung. Nähere Informationen finden Sie auf der BuddyPress-Website.
Die dritte Veranstaltung behandelte SEO-Basics: Website-Optimierung für Suchmaschinen für Einsteiger. Cornelia Es Said (fairmarketing) versuchte, auf Einsteiger-Niveau zu verdeutlichen, was man anstellen kann, um seine Seite besser ranken zu können. Trotz der etwas unkoordinierten Vortragsweise war es keine Veranstaltung, die ich hätte missen wollen - auch, weil ich mich bisher nur rudimentär mit SEO beschäftigt habe. Ich habe interessante Denkanstösse bekommen und werde diese dank der ausführlichen und tollen Zusammenfassung der Session von Cornelia in den nächsten Tagen umsetzen.
Nach der Mittagspause, ging es weiter mit der Session Einsatz von WordPress im Bildungsbereich von Ralf Appelt. Zentral war hierbei die Verwendung von WordPress nicht nur an Hochschulen, sondern auch an anderen Bildungseinrichtungen. Diskutiert wurde nach einer Einführung in das Themengebiet eine mögliche Umsetzung von Ideen, welche den Bildungsbetrieb fördern aber auch neue Inspirationen geben können. Auch Vor- und Nachteile wurden beleuchtet. Für mich war besonders die universitäre Verwendung von WordPress von Interesse - aus meiner Sicht ist der Ansatz durchaus fruchtbar und ich würde das Thema gern weiterverfolgen.
Die letzte Veranstaltung, die ich besuchte, behandelte das Thema WordPress als CMS - aber richtig? Arbeiten in der Cloud. Frank Bültge - vielleicht der bekannteste WordPress-Deutschland-Geek - und Olaf Schmitz gaben hierbei einen Einblick, wie man in der Cloud arbeitet. Wie funktioniert es, wenn man sich nur zwei Mal im Jahr sieht, 700 km voneinander entfernt wohnt trotzdem ein Unternehmen wie inpsyde managed? Sehr interessante Eindrücke und sehr lohnenswert, wenn man sich über die Zukunft verschiedener Arbeitsweise interessiert.
Fazit
Ich bin froh, beim WordCamp 2010 dabei gewesen zu sein. Ich habe viele neue Erfahrungen gemacht und würde sicher auch wieder beim nächsten WordCamp teilnehmen, wenn ich es einrichten kann.
Die in diesem Beitrag verwendeten und weitere Bilder finden Sie in diesem Album auf flickr.

















Mein Name ist Sebastian Gerth. Ich bin der Betreiber dieser Seite, Hobbyfotograf, Webworker und Doktorand an der Universität Erfurt ... 
Hallo Sebastian,
darf ich das Foto von mir auf Flickr und Facebook hochladen?
Viele Grüße,
Vlad
Ich bitte darum
Vielen Dank.
Hast du für mich privat eine größere Auflösung für „Schau mal, hier hat Opa einen Vortrag gehalten“? Falls ja, gerne an die E-Mail aus dem Kommentar.
Grüße,
Vlad
Auch gern - ist unterwegs
[...] meinem Besuch im WordCamp 2010 in Berlin (» zum Artikel) habe ich noch einen Tag Urlaub dran gehängt und mir den Park und das Schloss Sanssouci in [...]
Danke für Deinen Rückblick. Ich hatte teilweise andere Sessions besucht (siehe hierzu https://www.webseiten-infos.de/rueckblick-wordcamp-2010/ ). Da ist es schön auch etwas über die „verpassten“ Sessions zu lesen, die ich auch gerne besucht hätte (3. - 5. Veranstaltung).
Wenn es zeitlich passt, stehen die Chancen gut, dass wir uns beim nächsten WordCamp (wieder)sehen.
Ja, die Zeit ist durchaus der entscheidende Faktor
[...] This post was mentioned on Twitter by Vladimir Simovic, Sebastian Gerth. Sebastian Gerth said: Neuer Blog-Post: Das WordCamp 2010 in Berlin - ein Rückblick http://goo.gl/fb/lqzFT [...]
Feiner Bericht, bitte mehr von sowas (und vielleicht auch mal auf einer anderen Sprache
)
Danke für das Lob
Eine andere Sprache hat auf meiner Seite keinen Mehrwert - dazu wäre höchstens der Sideblog gut. Und dessen Einträge erscheinen nicht im Feed ... Allerdings mit Absicht